LebensLieder


Immer wieder ist er an uns herangetragen worden, der Wunsch nach neuen Liedern zu den Kasualien, den Übergangs- und Scharnierstellen christlichen Lebens. Gemeindeglieder, Kirchenvorstände, Kirchenmusikerinnen und Pastoren fragen danach. Was können wir an den prägenden zentralen Momenten unseres Lebens singen? Welche Musik soll erklingen? Wie kann das Evangelium, die Freude an Gott und die Hoffnung auf ewiges Leben zur Sprache kommen? Wie kann es gelingen, dass gerade durch die Musik kirchliche Amtshandlungen wieder zu echten Festen werden und nicht einfach zum „spirituellen Partyservice” verkommen?

Manche meinen, man müsse hier ganz auf das Vertraute setzen, damit uns wenigstens ein kleines Reservoir an gemeinsamem Liedgut bleibt, und stehen Neuschöpfungen deshalb eher kritisch gegenüber. Sie haben nicht ganz Unrecht, denn immer weniger Menschen wollen z.B. bei Beerdigungen noch singen.

Andererseits haben Menschen, durch neue Medien, die Popmusik und die inzwischen 50-jährige Geschichte des Neuen Geistlichen Liedes inspiriert, oft sehr genaue Vorstellungen, was bei ihrem Fest gespielt werden soll. Wir sind zwar froh, dass es seit einiger Zeit die so genannte „Kernliederliste” gibt, in der sich auch geeignete Lieder für Taufe und Bestattung finden. Doch wollten wir uns damit nicht zufrieden geben.

Denn spätestens das Jahr der Taufe 2011 hat gezeigt, welche immensen Chancen für uns als Kirche in der Wiederentdeckung der großen Lebensfeste liegen. Säuglinge, kleine Kinder, Konfis und Erwachsene, viele waren dabei und ließen sich taufen, erlebten den christlichen Glauben wieder als einladend und attraktiv, auch wegen der Lieder.

Aber damit nicht genug, haben wir im Michaeliskloster gesagt und für März 2011 eine Liederwerkstatt ausgeschrieben, zu der wir Texterinnen und Komponisten aus der ganzen Republik eingeladen haben. Amateure und Profis unterschiedlicher Altergruppen waren dabei, in der Stilistik und Konfession keinesfalls auf eine Linie festgelegt. Entstanden sind über 50 Texte und Melodien zu den klassischen Kasualien Taufe, Konfirmation, Trauung und Beerdigung, aber auch – und das ist gewiss neu – zu anderen Anlässen: Einschulung, Silberhochzeit, Goldene Konfirmation, Geburtstag und Ordination, ja sogar zur Trennung/Scheidung. Die Palette reicht vom Choral und Kinderlied bis zum Gospel, vom Neuen Geistlichen Lied bis zu aktuellen Popstilistiken, die auch international angehaucht sind (Latin, Tango usw.).

Unmittelbar vor Beginn der Werkstatt geschah in Japan die atomare Katastrophe von Fukushima. Sie machte uns wieder einmal deutlich, wie endlich unser Leben ist und dass wir auch für solche Kasus immer noch zu wenige Lieder haben. So entstand ein wunderbarer Text von Birgit Kley, der zweimal vertont worden ist. Am Ende steht – wen überrascht es – der Segen. Alle Kasualien verbindet dieses zentrale rituelle Moment jüdisch-christlicher Tradition, das keinesfalls nur gesprochen, sondern eben auch gesungen werden kann. Der Segen bildet gleichsam den roten Faden durch alle Lieder hindurch und zeigt, dass sich an Martin Luthers Einschätzung bis heute nichts geändert hat: „So predigt Gott das Evangelium auch durch die Musik!” (WA TR I, Nr. 1254).


Klangbeispiel anhören:
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x    Liederheft | VS 6709 | 5.00 EUR

Staffelpreis ab 20 Stück | 4.50 EUR

x    CD | VS 6709/CD | 12.00 EUR



 VS 6709 



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